Oberstufe der Tischlerauszubildenden besuchten die Möbelwerkstätten Noll

Aufbau runder Möbel 2 klein

Die Tischlerauszubildenden des 3. Lehrjahres der David-Roentgen-Berufsschule Neuwied besuchten vor kurzem die Möbelwerkstätten Noll in Fachbach an der Lahn. Trotz der besonderen Umstände durch Corona, hat die Firmenleitung der Möbelwerkstätten es ermöglicht, dass die Auszubildenden einen Einblick in die Arbeitsweise der Möbelwerkstätten Noll erhalten konnten. 
Nach der Begrüßung durch Herrn Keiper und Frau Keiper von der Firmenleitung wurde die Klasse in zwei Gruppen aufgeteilt, um so gemäß den Coronaregeln mit genügend Abstand und unter Einhaltung der AHA-Regeln die Firma Noll kennenzulernen. Die Vorstellung der Möbelwerkstätten und deren Aufgabenspektrum wurde von Frau Keiper. übernommen, während die Führung durch die Werkstätten vom leitenden Werkstattmeister gemacht wurde. 
So erfuhren die Auszubildenden durch Frau Keiper Einiges zur Geschichte und zum Werdegang der Möbelwerkstätten Noll. Seit 1954 werden in Fachbach Möbel und Ausstattungen in den Bereichen Bankeinrichtungen, Innenausbau und Objektausstattung auf außerordentlich hohem Niveau gefertigt. So werden insbesondere für Banken und Sparkassen, die Industrie, Verwaltung, Kanzleien, Arztpraxen, Messwarten, Privathäuser und Luxusyachten sowie den Einzelhandel anspruchsvolle Innenräume realisiert.
Selbst im europäischen Ausland haben die Möbelwerkstätten Noll immer wieder Aufträge auf exzellentem Niveau fertiggestellt. 
Zur Zeit beschäftigt die Firma Noll insgesamt fast 50 Mitarbeiter*innen in der Arbeitsvorbereitung incl. eigener Innenarchitekten, im kaufmännischen Bereich und den Werkstätten und den eigenen Montageteams.
Die Möbelwerkstätten Noll sind so in der Lage von der Planung der Möbel, Innenausstattung, der zugehörigen Lichtplanung, bis zur Planung der Akustik alles aus einer Hand anzubieten und auszuführen.
In der Planung ist der Einsatz von CAD-Software durchgängig gegeben, so dass eine detaillierte Planung incl. auftretender Änderungen gemäß Kundenwunsch zielgenau umgesetzt wird. Die Tatsache, dass in der Firma Noll sogar eigene Innenarchitekt*innen arbeiten, war für die Auszubildenden zunächst überraschend. Aber nach der Vorstellung des Arbeitsspektrums durch Frau Keiper wurde schnell klar, dass nur so eine exzellente Ausführung in den Möbelwerkstätten und bei der Montage möglich ist.
Die direkte Übermittlung der CAD-Daten an die Bearbeitungszentren hat sich firmenintern noch nicht als durchgängig sinnvoll erwiesen. Die Erfassung der CNC-Daten vor Ort führt zur Zeit noch zu den besten Arbeitsergebnissen.
Im zweiten Teil der Führung wurden die Gruppen nun in den jeweils anderen Bereich der Möbelwerkstätten geführt.
Hier wurde gleich zu Beginn der Führung durch die Werkstätten deutlich, dass die Lage der Möbelwerkstätten an der Lahn bauliche Besonderheiten erforderte. So sorgt die Firma dafür, dass bei Hochwasser der Betrieb nicht eingestellt werden muss.
Die Fertigung der sehr hochwertigen Möbel und Innenausbauten erfolgt durch einen modernen Maschinenpark. So werden die verschiedenen Plattenmaterialien in einem gut sortierten Plattenlager durch Hebelhilfen zum Zuschnitt auf der Horizontalplattensäge befördert. Zur weiteren Bearbeitung stehen eine große Kantenanleimmaschine und zwei CNC-gesteuerte Bearbeitungszentren zur Verfügung. Ein großes Sortiment an unterschiedlichen Kanten steht in einem großen Regallager in der Nähe der Kantenanleimmaschine zur Verfügung, so dass das zu wählende Kantenmaterial unverzüglich zur Verarbeitung in der Maschine bereitgestellt werden kann.
Auf Kommissionierwagen werden die Einzelteile gesammelt und durch die aufgebrachten Etiketten ist eine klare Zuordnung der erforderlichen Arbeitsschritte gegeben. Danach gehen die Teile dann in den weiteren Fertigungsprozess. Je nachdem was noch vor dem Zusammenbau zu erfolgen hat, werden diese Arbeitsschritte an klar zugeordneten Arbeitsplätzen abgearbeitet. 
MassivholzlagerEinblick erhielten wir auch in das Massivholzlager, wobei wir erfuhren, dass die Verarbeitung von Plattenmaterialien mit hochwertigsten Oberflächen den größeren Teil der Aufträge ausmacht.
Uns wurde auch ein Blick in das umfangreiche Furnierlager gewährt, wo seltene und sehr ausdrucksstarke Furniere lagern. Jedoch sind die gesetzlichen Auflagen mittlerweile so streng, dass die Verarbeitung von exotischen Furnieren nicht mehr möglich ist. Eigentlich schade fanden auch einige Auszubildende, dass die sehr schönen Furniere dort nur noch lagern dürfen.
Wir erhielten auch Einblick in die Werkstätten zum Zusammenbau der Möbel, Innenausbauteile. Hier gibt es einen eigenen Bereich, in dem insbesondere kompliziertere Möbel mit Rundungen in der Front und den zugehörigen Thekenplatten einmal aufgebaut werden, um den Zusammenbau und die Funktionstüchtigkeit zu prüfen. Somit ist die spätere Montage vor Ort deutlich einfacher.
Uns wurde auch Einblick in das Materiallager für Beschläge, Schrauben, Dübel, Federn und andere Hilfsmittel ermöglicht. Hier sind die klar zugeordneten Lagerplätze ein weiterer Garant für die termingerechte und möglichst reibungslose Herstellung der hochwertigen Möbel und Innenausbauten. 
Zum Schluss wurden wir noch kurz in das Lager geführt, wo die einzubauenden Teile lagern, bevor sie verladen und zum jeweiligen Montageort transportiert werden.
So wurde uns allen in dem zweiteiligen Rundgang sehr ausführlich gezeigt, wie die Möbelwerkstätten Noll arbeiten, um Ihr außergewöhnlich hohes Fertigungsniveau zu erreichen. So fand ein für alle Auszubildenden und den begleitenden Fachlehrer sehr interessanter Firmenbesuch mit einem Abschlussfoto und der Übergabe eines Präsentkorbes mit Erinnerungen aus Neuwied ein erfolgreiches Ende. Wir bedanken uns nochmal bei den Möbelwerkstätten Noll für die freundliche Einladung zum Firmenbesuch, trotz der erschwerten Coronabedingungen.